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Leben in Bayern
Forschung und Wissenschaft
Bayern richtet den Blick in die Zukunft. Bei Forschung und Entwicklung ganz vorne mit dabei zu sein, ist die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und hohen Lebensstandard im 21. Jahrhundert. Deshalb hat in Bayern der Bereich Wissenschaft und Forschung oberste Priorität. Bayern ist einer der forschungsintensivsten Standorte der Welt. Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegt Bayern national wie international im Spitzenbereich.
Forschung in Bayern
Der Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt beträgt in Bayern im Jahr 2008 3%. Damit steht Bayern national und international hervorragend da. Bis 2020 will die Bayerische Staatsregierung den Anteil nochmals auf 3,6% steigern. Diese Investitionen zahlen sich aus. Mehr als jedes vierte Patent, das in Deutschland angemeldet wird, stammt aus Bayern. Insgesamt rund 100.000 Menschen arbeiten als Forscher und Wissenschaftler in Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Bayern. Damit auch weiterhin die Zukunft in Bayern stattfindet.
Die Forschungslandschaft in Bayern ist breit gefächert. Gut ausgestattete Hochschulen und hochspezialisierte Forschungszentren bieten den Wissenschaftlern optimale Forschungsbedingungen. Zum Beispiel die zwölf Max-Planck-Institute in Bayern, die von der Biochemie über die Plasmaphysik bis zur Neurobiologie wertvolle Erkenntnisse liefern. Oder eines der neun bayerischen Fraunhofer-Institute für angewandte Forschung, die an technischen Innovationen arbeiten. Oder das Helmholtz-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg, an dem für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen geforscht wird.
Ein wichtiger Impulsgeber für Innovation und Fortschritt sind die Universitäten und Fachhochschulen in Bayern. Bayerische Universitäten gehören zu den forschungsstärksten Hochschulen in Deutschland und ziehen hochkarätige Wissenschaftler an. Im Einstein-Jahr 2005 hat ein weiterer Forscher aus Bayern die Liste der bayerischen Nobelpreisträger verlängert: Der Physiker Professor Theodor W. Hänsch lehrt und forscht seit 20 Jahren an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Mit der Cluster-Initiative „Allianz Bayern Innovativ" will Bayern Wissenschaftler und Unternehmer näher zusammenbringen. Cluster - das ist der Fachausdruck für die enge Vernetzung von Forschung, Entwicklung und Produktion. Zum Beispiel beim Medizin-Pharma-Cluster in Erlangen. 250 Firmen aus den Bereichen Medizintechnik und Pharmazie haben sich hier im europäischen "Medical Valley" in der Nähe von renommierten Forschungseinrichtungen angesiedelt. Damit die neuen Erfindungen aus Bayern auch in Bayern aufs Laufband kommen.
In Garching bei München hat 2004 der Forschungsreaktor FRM II - als eines der Leuchtturmprojekte der Bayerischen Staatsregierung - seinen Betrieb aufgenommen. Damit steht in Bayern eine der weltweit leistungsfähigsten Neutronenquellen für wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung zur Verfügung. Die Neutronenforschung ist heute in fast allen Naturwissenschaften unverzichtbar und liefert wichtige Erkenntnisse für Medizin, Biowissenschaften, Materialforschung und Mikroelektronik.
Hochschullandschaft
Neun staatliche Universitäten und 17 staatliche Fachhochschulen in Bayern versammeln das gesamte Spektrum der modernen Hochschulausbildung, von den Human- und Geisteswissenschaften über die Wirtschafts- und Naturwissenschaften bis zu technischen Fachbereichen wie Informatik, Ingenieurswesen und Maschinenbau. Daneben gibt es in Bayern vier staatliche Kunsthochschulen und mit der Hochschule für Fernsehen und Film sowie der Virtuellen Hochschule Bayern noch zwei weitere Hochschulen in staatlicher Trägerschaft. Hinzu kommen 14 nichtstaatliche Hochschulen, teils in privater, teils in kirchlicher Trägerschaft.
Über 250.000 junge Menschen studieren an bayerischen Hochschulen. Rund zehn Prozent von ihnen kommen aus dem Ausland nach Bayern. In Zukunft wird der Bedarf an hochqualifizierten Hochschulabsolventen noch größer werden. Deswegen steht in Bayern die Qualität des Studiums an erster Stelle. Praxisnahe Ausbildung, interdisziplinäres Arbeiten und ein hohes Niveau in Forschung und Lehre bringen die bayerischen Hochschulen regelmäßig in die Spitzengruppe der Hochschulrankings.
Mit der generellen Einführung der internationalen Abschlüsse Bachelor und Master bekommen die Studierenden noch mehr berufliche Chancen im In- und Ausland. Gute Studienbedingungen sind auch ein Grund dafür, dass in Bayern die Studierenden schneller zu ihrem Abschluss kommen als anderswo: an der Universität im Durchschnitt um ein Semester früher als in den anderen Bundesländern.
Die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Technische Universität München konnten sich in der ersten Förderrunde der "Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen" in der begehrten und hoch dotierten dritten Förderlinie "Zukunftskonzepte" durchsetzen. Somit sind zwei der drei im Herbst 2006 in der dritten Förderlinie ausgewählten "Elitehochschulen" bayerische Hochschulen.
High-Tech-Land Bayern
Seit 1993 setzt der Freistaat fast 5 Milliarden Euro aus Privatisierungserlösen gezielt für Spitzentechnologien, Bildung und Forschung, Infrastruktur sowie für gesellschaftlich bedeutsame soziale und kulturelle Projekte ein. Vor allem die Programme "Offensive Zukunft Bayern" und "Hightech-Offensive" haben die Innovationskraft, die Entwicklungsdynamik und die Lebensqualität in Bayern nachhaltig gestärkt. Die Cluster-Initiative „Allianz Bayern Innovativ" sowie das Zukunftsprogramm „Bayern 2020 - Kinder, Bildung Arbeit" gehen diesen Weg konsequent weiter.
Neue Technologien, neue Produkte, neue Chancen - Bayern ist das Hightech-Land Nr. 1 in Europa. Mehr als zwölf Prozent aller Beschäftigten im Freistaat sind in der Hochtechnologie tätig. Das ist europäische Spitze. Namen wie Siemens, EADS oder MTU stehen für modernste technische Entwicklungen. Internationale Firmen, zum Beispiel aus der Elektronik- und der Pharmabranche, kommen nach Bayern, um hier zu produzieren. Daneben entsteht in Bayern eine Vielzahl junger Unternehmen im Bereich der Hoch- und Spitzentechnologie. Sie alle sorgen dafür, dass Bayern bei Innovation und Technologie ganz vorne ist.
Die bayerische Forschungs- und Technologiepolitik setzt seit langem gezielt auf sogenannte Schlüsseltechnologien, die besonders innovativ sind und ein großes Wachstumspotenzial haben: Luft- und Raumfahrttechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Science, Medizintechnik, Materialforschung, Umwelttechnologie, Mechatronik und Nanotechnologie. Solche Technologien werden in Zukunft immer wichtiger. Denn von der Wachstumsdynamik im Hightech-Sektor und ihren Innovationen profitieren auch die anderen Wirtschaftszweige.
Oberpfaffenhofen, um ein Beispiel herauszugreifen, ist in der Welt der Raumfahrt ein Begriff. Seit mehr als 35 Jahren lenkt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom "bayerischen Houston" aus bemannte und unbemannte Weltraummissionen. Das hochmoderne Columbus-Kontrollzentrum arbeitet mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA zusammen und hält den Kontakt zum europäischen Weltraumlabor in der Internationalen Raumstation ISS. Derzeit entsteht in Oberpfaffenhofen eines der beiden Kontrollzentren für das neue europäische Satellitensystem "Galileo". Ab 2010 ermöglichen die 30 Galileo-Satelliten rund um den Globus zentimetergenaue Ortsbestimmung.
