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Leben und Arbeit
Land für Familien
Angesichts der Veränderung demographischer und familiärer Strukturen, erhöhter Mobilität sowie Veränderungen in den Lebensläufen sehen sich heute nicht wenige Familien mit erhöhten Anforderungen an die Erziehung ihrer Kinder konfrontiert. Für ein familienfreundliches Umfeld zu sorgen, ist Aufgabe des Staates, aber auch der gesamten Gesellschaft. Der soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft fängt bei den Familien an. Vor allem junge und kinderreiche Familien brauchen viel Unterstützung. Egal ob es um Kinderbetreuung und Berufstätigkeit, um Schule, Erziehung und Freizeitgestaltung oder einfach nur um Rücksichtnahme und Verständnis im Alltag geht.
Für viele Eltern sind vor allem die Angebote zur Kinderbetreuung entscheidend, um Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. In 58% der Familien in Bayern sind beide Elternteile berufstätig. Der Freistaat weist mit 62,9% die zweithöchste Frauenerwerbstätigenquote auf. Bayern hat auf diese gesellschaftlichen Veränderungen reagiert. Mit dem Bayerischen Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz wurden die Weichen für einen bedarfsgerechten, flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Ausbau der Kindertagesbetreuung in Bayern gestellt.
Das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz hat den Ausbau vor allem der Plätze für Kinder unter drei Jahren massiv beschleunigt: derzeit hat der Freistaat rund 40.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Das ist ein Versorgungsgrad von 12,9%. 2002 wurden 457 Millionen Euro für die Kinderbetreuung ausgegeben, im Jahr 2008 werden es bereits 618 Millionen Euro sein. Das Ziel der Bayerischen Staatsregierung sind 100.000 Betreuungsplätze bis zum Jahr 2013.
Beim künftigen Ausbau der Betreuungsplätze ist Bayern aber auch die Wahlfreiheit der Eltern sehr wichtig. Deshalb fördert die Staatsregierung nicht nur die institutionellen Einrichtungen, sondern auch die Tagespflege. Hier allein entstehen knapp 20.000 Plätze. Ziel ist aber auch eine bessere finanzielle Unterstützung der Familien, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren unter Verzicht eines zweiten Erwerbseinkommens selbst betreuen wollen. Diese Familien dürfen nicht benachteiligt werden.
In Deutschland gibt es 39 Millionen Privathaushalte. Aber nur mehr in rund 280.000 leben drei oder mehr Generationen zusammen. Das Miteinander der Generationen, der Austausch von Erfahrungen, die gegenseitige Unterstützung, all das droht verloren zu gehen. Ein Ansatz, dem entgegen zu wirken, sind Mehrgenerationen-häuser. Mit Kreativität das Zusammenleben der Generationen zu gestalten, ist für den Zusammenhalt der Gesellschaft in der Zukunft besonders wichtig.