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Pressemitteilung
Bericht aus der Kabinettssitzung: Teil 2
1. Zwischenbilanz
auf dem Weg zu doppelten Abiturjahrgang 2011: Kultusminister
Spaenle gibt Ergebnisse der Erhebung zu Halbjahresnoten der 11.
Jahrgangsstufe des achtjährigen Gymnasiums und der 12.
Jahrgangsstufe des neunjährigen Gymnasiums bekannt / Spaenle:
„Noten bei G8 und G9 nahezu gleich gut" / Erstmalige Erhebung
angesichts doppelten Abiturientenjahrgangs 2011
1. Zwischenbilanz auf dem Weg zu doppelten Abiturjahrgang 2011: Kultusminister Spaenle gibt Ergebnisse der Erhebung zu Halbjahresnoten der 11. Jahrgangsstufe des achtjährigen Gymnasiums und der 12. Jahrgangsstufe des neunjährigen Gymnasiums bekannt / Spaenle: „Noten bei G8 und G9 nahezu gleich gut" / Erstmalige Erhebung angesichts doppelten Abiturientenjahrgangs 2011
Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat heute im Kabinett über die Ergebnisse der erstmaligen Erhebung der Halbjahresnoten der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasiums und der Jahrgangsstufe 12 des neunjährigen Gymnasiums berichtet. Spaenle: „Die Erhebung hat ergeben, dass die Durchschnittsnoten der Schüler der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasiums und der Jahrgangsstufe 12 des neunjährigen Gymnasiums nahezu gleich gut ausfallen. Viele Einzelmeldungen von Schülern und Eltern in den vergangenen Wochen und ihre Befürchtung, dass der Notendurchschnitt der Schüler der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasiums gegenüber dem der 12. Jahrgangsstufe des neunjährigen Gymnasiums deutlich abfällt, haben sich nicht bestätigt." Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um zu erreichen, dass die Schüler beider Oberstufen gleichwertige Bedingungen auf dem Weg zum Abitur und Hochschulzugang haben. Der Minister konkretisierte: „Das Anforderungsniveau scheint - bei allem Unterschied in der Struktur der beiden gymnasialen Oberstufen - vergleichbar und die Schüler werden in beiden Oberstufensystemen gut auf die Abiturprüfungen und den Übertritt an die Hochschulen vorbereitet."
Die Daten der Erhebung im Überblick:
Fach und Oberstufe Halbjahresquote
Deutsch G 8 2,64
Deutsch G 9 2,85
Mathematik G 8 2,83
Mathematik G 9 3,02
Englisch G 8 2,65
Englisch G 9 2,79
Latein G 8 2,52
Latein G 9 2,38
Grundlage dieser Ergebnisse ist eine landesweite repräsentative Datenerhebung bei rund 9.000 Schülerinnen und Schülern an ca. 15 Prozent der staatlichen Gymnasien in Bayern. Dabei berücksichtigt wurden große und kleine Gymnasien im städtischen und ländlichen Raum.
Die bisher einmalige Maßnahme hatte der Minister in der aktuellen Sondersituation angeordnet, in der Schülerinnen und Schüler in zwei unterschiedlichen Oberstufensystemen parallel in den Gymnasien unterrichtet werden. Minister Spaenle machte klar, dass er die Strategie des Monitorings der Einführung der Oberstufe konsequent weiterverfolgt. Dabei werden alle Rückmeldungen überprüft. „Dies ist eine bisher einmalige Selbstbindung der Bildungspolitik in Bayern an einer entscheidenden Schnittstelle der neuen Oberstufe", so Minister Spaenle.
Prozesssteuerung besteht Bewährung - Schüler werden bis zum Abitur begleitet
„Mit aller Konsequenz lasse ich die Einführung der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums weiterhin systematischbegleiten und als Prozess steuern. Mein Ziel ist es dabei, die Schüler bei dieser Einführung zu begleiten, bis sie das Abiturzeugnis in ihren Händen halten", so der Minister. Mögliche Probleme will er so rasch erkennen und angehen. Die Strategie der landesweiten Prozesssteuerung hat sich bewährt. Dies wird anhand der Erhebung der Halbjahreszeugnisse erhärtet. Dabei werden Hinweise von Schülern, Eltern und Lehrkräften aufgenommen, geprüft, bewertet und immer dann reagiert, wenn es aufgrund objektivierbarer Erkenntnisse nötig wird.
Landesweit getroffene Maßnahmen sind jetzt in der Oberstufe in jeder Schule zu implementieren
Jetzt geht es nach den Worten Spaenles um die Umsetzung der aufgrund des bisherigen Monitorings konzipierten Steuerungsmaßnahmen für die neue Oberstufe in jeder einzelnen Schule. Dabei unterstützt das Ministerium die Lehrkräfte und Schulleitungen zum Beispiel durch detaillierte Handreichungen zur Umsetzung des Grundkursniveaus. Bei Leistungsnachweisen und bei den Abiturprüfungen gilt das bisherige Grundkursniveau beruhend auf dem neuen Lehrplan als Grundlage. Die Aufgabe der Lehrer konzentriert sich vor allem auf die Vermittlung des zentral prüfungsrelevanten Kernstoffes an die Schülerinnen und Schüler.
Bisher drei Erhebungen durchgeführt
Um die Einführung der neuen Oberstufe steuernd zu begleiten hatte Minister Spaenle bisher drei Erhebungen durchführen lassen. Die jüngste - nämlich die Erhebung der Noten zum Halbjahreszeugnis der Schüler der Jahrgangsstufe 11 - hat hier strategisch eine besondere Bedeutung. Dieser Umfrage waren zwei weitere vorausgegangen. Im Frühjahr 2009 hatte der Minister die Oberstudiendirektoren hinsichtlich der notwendigen Budgetausstattung zur Einführung der neuen Oberstufe befragt und als Konsequenz ein zusätzliches Stundenbudget in Höhe von 3,6 Prozent zur Verfügung gestellt. Die durchschnittliche Zahl der Schüler in Jahrgangsstufe 11 beträgt hierdurch in Kursen rund 20 und in Seminaren rund 13. Im Herbst 2009 hatte er die Belastung von Schülern bei den Schulen erheben lassen und dabei Entlastungen durch die Um- und Abwahl von Fächern ermöglicht und eine Ausrichtung der Leistungsnachweise auf Grundkursniveau angemahnt.
2. Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes / Kultusminister Spaenle: „Gesetzliche Voraussetzungen für Einführung der Mittelschule und der Schulverbünde schaffen / Grundlage für aktive Gestaltung des bayerischen Bildungswesens"
Das Kabinett hat heute einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Gesetzes über Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) beschlossen, der jetzt den Verbänden zur Stellungnahme zugeleitet wird. Kernelemente sind die rechtliche Verankerung der Mittelschule und der Schulverbünde, sowie auch die Neufestsetzung des Stichtags der Einschulung. Künftig werden nur die Kinder schulpflichtig, die bis zum 30. September des jeweiligen Jahrgangs den sechsten Geburtstag hatten. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle erklärte: „Für mich stellt die Änderung des Gesetzes angesichts tiefgreifender Veränderungen in der Bevölkerungsentwicklung eine wichtige Grundlage für die aktive Gestaltung des bayerischen Bildungswesens dar Das übergreifende Ziel ist klar: Wir wollen die individuelle Förderung stärken und zugleich so viele Schulstandorte wie möglich erhalten. Ein wohnortnahes weiterführendes Schulangebot ist ein Stück Standortqualität, gerade in ländlichen Räumen." Der Minister verwies auf die demographische Entwicklung in weiten Teilen Bayerns, die einen deutlichen Rückgang an Schülern erwarten lässt, landesweit bis 2020 knapp 15 Prozent. Lediglich in Ballungsräumen wie dem Großraum München werde sich die Anzahl der Schüler als weithin stabil erweisen. Hinzukommt, dass die Quote der Schüler, die nach der Grundschule auf ein Gymnasium wechselt, bayernweit auf etwa 40 Prozent gestiegen ist; die Hauptschule wird gegenwärtig von rund 30 Prozent der Schüler eines Jahrgangs besucht. Spaenle: „Die Mittelschule soll in der Region ein qualitätsvolles Bildungsangebot zur Verfügung stellen, das den veränderten gesamtgesellschaftlichen Anforderungen gerecht wird."
Zur Einführung der Mittelschule betonte Minister Spaenle: „Die
Mittelschule stellt eine qualitative Weiterentwicklung der
Hauptschule dar, sie unterbreitet den Schülerinnen und Schülern ein
qualitativ gesteigertes, attraktives Bildungsangebot und stärkt die
Besonderheit der Hauptschule als stark berufsorientierende Schule."
Die bayerische Hauptschule und die weiterentwickelte Mittelschule
sind Spaenle zufolge eine unverzichtbare Säule des differenzierten
Bayerischen Bildungswesens. Spaenle: „Mittel- und Hauptschule
bieten jungen Menschen eine solide Ausbildung entsprechend ihren
Neigungen und Talenten, auf deren Grundlage sie ihre Persönlichkeit
entfalten und eine Ausbildung durchlaufen sowie eine aktive Rolle
in Gesellschaft und Wirtschaft übernehmen können." Schüler sollen
künftig zudem verstärkt soziale Kompetenzen erlernen und Werte
einüben. Die Mittelschule ermöglicht es, dass die Schüler noch
intensiver als in der Hauptschule gefördert werden können. Folgende
Punkte hob der Minister hervor:
1. Das Kernprofil der Berufsorientierung wird gestärkt.
2. Es werden mehrere Bildungsabschlüsse einschließlich eines
mittleren Bildungsabschlusses angeboten.
3. An jedem Mittelschulverbund wird es ein Ganztagsangebot
geben.
4. Die Mittelschule kooperiert institutionell mit einer beruflichen
Schule, der Arbeitsverwaltung und der regionalen Wirtschaft.
Mit dem Instrument der Schulverbünde soll der Bestand möglichst vieler Hauptschulen möglichst lange gesichert werden." Schulen in einem Verbund können künftig so lange bestehen, solange noch eine einzige Klasse besteht. Dies war schulrechtlich bisher nicht möglich. Spaenle: „Wir können so für die Schüler die kurzen Schulwege in vielen Fällen erhalten. Die Schule bleibt vielerorts als sozialer und kultureller Standort vor Ort möglichst lange bestehen". Im Schulverbund können sich kleinere Hauptschulen zusammenschließen, um hierdurch die Kriterien für eine Mittelschule zu erfüllen. Dabei bleiben die einzelnen Schulen rechtlich selbständig. Bei der Entscheidung werden die Schulaufwandsträger, die Schulen und die betroffenen Gemeinden beteiligt. Jeder Schulverbund erhält einen eigenen Schulsprengel. Der Schulverbund erhält ein Budget an Lehrerwochenstunden, das sich nach der Zahl der Schüler bemisst. Auf dieser Basis können in dem Schulverbund flexibel Klassen gebildet werden. Die bisherige Mindestgröße von 15 Schülern pro Klasse an Hauptschulen wird damit aufgehoben.
